CEDES-News

Juli 2007

Hilfe für den Schutzengel

 

Landquart; Unweit der Quelle des Rheins befindet sich das Benediktinerkloster Disentis. Es wurde um 720 gegründet und ist eines der ältesten Klöster der Schweiz. Die zweitürmige Klosterkirche und das angegliederte grosse Konventgebäude prägen das Dorfbild von Disentis. 

Um das Kloster den Anforderungen der heutigen Zeit anzupassen, werden keine Mühen gescheut. “Wir haben viele offene Baustellen im Kloster“ meint Bruder Niklaus Schwegler, verantwortlich für den Unterhalt. Eine dieser „Baustellen“ sind die Aufzugsanlagen. Die Aufzüge wurden vor rund 40 Jahren installiert und entsprechen den heutigen Sicherheitsstandards nicht mehr.

Die Aufzugskabinen haben keine Innentüren. Das heisst, zwischen Kabine und Schachtwand klafft ein Spalt, in dem während der Fahrt Gliedmassen oder Gegenstände eingeklemmt werden können. Bruder Niklaus zeigt auf seine lange schwarze Ordenskleidung: „Hier könnte schon mal was im Spalt hängen bleiben.“ 

Vor kurzem war ein Schüler verunfallt, der mit seinem Lehrer im Aufzug Metallprofile transportieren wollte. Die Profile waren ein wenig länger als die Aufzugskabine. Der Gefahren nicht bewusst, versuchte man die Profile diagonal in der Kabine zu platzieren.

 
Es kam, wie es kommen musste: Während der Fahrt verschoben sich die Profile und berührten die Schachtwand. In der Folge verkeilten sich die Profile in der Kabine und verletzten einen Fuss des Schülers. Gemäss Bruder Niklaus ist der Unfall glücklicherweise glimpflich abgelaufen.

Abgesehen von diesem Zwischenfall scheint der Schutzengel bisher die Aufzugsbenutzer bei den Fahrten begleitet zu haben. Schwere Unfälle sind bis jetzt ausgeblieben. Das Gefahrenpotential ist aber erkannt. Die Aufzüge sollen sicher gemacht werden.